Besuch Brick Buy Brick - Seminar in München

Bereits am 05.03.2015 besuchte ich mit einem guten Freund in München im Westin Grand Hotel das kostenlose Brick Buy Brick Seminar by Rich Dad Education. Da Robert Kiyosaki höchstpersönlich Namen und Lizenz gegeben hat, waren wir umso gespannter.

 

Das ganze Seminar wurde auf Englisch gehalten und alle Anwesenden (ca. 25 Leute verschiedensten Alters und verschienster Einkommenshöhen) wurden mehrmals darüber belehrt, nicht zu filmen, auf Tonband aufzunehmen oder etwas nach draußen zu tragen. Aus diesem Grund - und da ein fader Beigeschmack geblieben ist - möchte ich mich eher allgemein halten.

 

Im Übrigen wird seit der Registrierung zu diesem Seminar das Gästebuch meiner homepage regelmäßig mit Kredit-Spam in fragwürdigem Deutsch überhäuft. Ein Schelm wer Böses dabei denkt, aber Zufälle gibt es meiner Meinung nach nicht und wer die Teilnehmer googelt würde schnell fündig werden. Aber zurück zu Thema bzw. eine allgemeine Auskunft:

 

Es gibt die - durchaus bekannte - Möglichkeit der Brückenfinanzierung. Diese lässt sich am Besten mit folgendem Szenario beschreiben:

Man findet eine Immobilie unter Wert und da die Zeit drängt, geht man nicht zur Bank, sondern holt sich die notwendigen finanziellen Mittel bei einer privaten Gemeinschaft, die Geld ohne großartige Prüfung sofort zur Verfügung stellt. Zu einem zweistelligen Jahreszins.

 

Ein Beispiel: Gut vermietete 100.000 Euro-Wohnung wird für 75.000 Euro angeboten. Kaufpreis von privat + Nebenkosten (in Bayern) ca. 80.000 Euro. Die Zeit drängt, man leiht sich das Geld von dieser Gemeinschaft, kauft und wird Eigentümer.

 

Anschließend geht man zur Bank, nimmt ein Darlehen in Höhe des Wertes der Wohnung auf (100.000 Euro), löst damit die Brückenfinanzierung gleich wieder ab (sagen wir 80.000 Euro Kaufpreis + 2.500 Euro Zinsen):

 

100.000 Euro (Bankdarlehen) - 82.500 Euro (Brückenfinanzierung + Zinsen) = 17.500 Euro (Bargeld!)

 

D.h. man kauft unter Wert ein, beleiht die Immobilie zum tatsächlichen Wert und nach Rückzahlung des kurzfristigen Darlehens und des Zinses hat man sogar noch Cash i.H.v. 17.500 Euro erzielt. Ohne noch einen einzigen eigenen Euro in der Immobilie stecken zu haben! Dazu noch der monatliche Cashflow durch die Mieteinnahmen. Genial oder??!!

 

Vielleicht in anderen Ländern so möglich, aber nicht in Deutschland. Das Geld, das von einer Bank durch die Beleihung einer Immobilie zur Verfügung gestellt wird, muss - soweit ich weiß und falls ich mich irren sollte, bitte klärt mich auf - einem wohnwirtschaftlichen Zweck dienen. Und die Rückzahlung einer überteuerten Brückenfinanzierung ist kein wohnwirtschaftlicher Zweck. Ein wohnwirtschaftlicher Zweck wäre die Renovierung der Immobilie oder die Beleihung für den Neukauf einer anderen Immobilie, aber nicht dieser Fall. Stellen Sie sich vor, Sie folgen einer solchen Strategie und plötzlich löst Ihnen keine Bank die horrende Brückenfinanzierung ab. So schnell kann es in die Pleite gehen.

 

Umso enttäuschender wäre es dann, wenn man nach dem Seminar den Redner darüber befragen würde und dieser anstatt einer Alternative oder einer Aufklärung lediglich rausbringen würde: "Wir haben in dem Folgeseminar noch 12 oder 13 andere Arten um an Finanzierungen zu kommen. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Danke fürs Kommen."

 

Aber dies nur ganz allgemein gesprochen...

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