Eigentümerversammlung Nürnberg

Am 18.09.2014 war es wieder soweit, Eigentümerversammlung in Nürnberg.


Nachdem ich vergangenes Jahr aufgrund der Geburt unseres Sohnes nicht anwesend war, wollte ich dieses Jahr wieder dabei sein.


Dem Verwalter selbst gehören 9 der 21 Wohnungen des Mehrfamilienhauses, meiner Frau und mir 3 Wohnungen. D.h., wenn der Verwalter und ich anwesend waren, war die Eigentümergemeinschaft bereits beschlussfähig (mehr als 50 % Miteigentumsanteile vertreten).

Das Haus selbst ist in einem passablen Zustand, größere Sachen sind nicht geplant, außer die "optische Sanierung" der vorderen und hinteren Fassade. Grundsäztlich nicht weltbewegend und auch nicht besonders erwähnenswert.

 

Aufgrund einer Beschlussfassung aus dem vorherigen Jahr lag bereits ein Angeobt vor, dass im sparsamsten Falle ca. 12.000 Euro ausmachen sollte. Soweit so gut. Nun hat das Haus nur 30 TEuro  Rücklagen. Und früher oder später werden auch Dach und Heizung wieder ein Thema sein. Es wurde mehrheitlich beschlossen, die Kosten komplett aus der Rücklage zu bezahlen. Mit ein paar weiteren Sachen wird sich die angesparte Rücklage also in kürzester Zeit halbiert haben. Ich schlug vor, zumindest die Hälfte der Kosten in einer Sonderumlage zu begleichen, so dass jeder Eigentümer pro Wohnung ca. 300 Euro aus eigener Tasche bezahlt hätte. Abgelehnt, da die Kosten eh steuerlich geltend gemacht werden können und die Sonderumlage einfach nur das Rücklagenkonto wieder etwas mehr aufgefüllt hätte. In der Gemeinschaft hatte tatsächlich niemand Interesse daran, die Rücklagen aufzufüllen um eine in der Zukunft drohende Sonderumlage - die bei Heizung oder Dach weitaus größer ausfallen wird - abzufedern. Da es steuerlich nichts bringt. Dass sich einige Eigentümer diese große Sonderumlage aber dann vielleicht nicht leisten können, selbst wenn sie zahlen müssten, und dann erstmal die Gemeinschaft vorausschießen muss, stieß leider nicht auf reges Interesse. Viel wichtiger war die neue Farbgebung des neuen Anstrichs. Das Ergebnis fand ich demenstprechend schade, zumal ich es von anderen Gemeinschaften und Versammlungen anders kenne. Naja.

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Kommentare: 2
  • #1

    Paul (Montag, 13 Oktober 2014 11:19)

    Gut, aus wirtschaftlicher Sicht kann ich die Entscheidung der Miteigentümer verstehen. Das Rücklagenkonto wird sicher nur minimal verzinst, somit macht es für mich mehr Sinn das Geld dort zu entnehmen und lieber einen Teil privat-mit besserer Verzinsung anzulegen um die spätere Sonderumlage zählen zu können. Ich hätte also ähnlich wie die Miteigentümer argumentiert. Die Farbe der Fassade wäre mir fast gleich, wenn es nicht gerade lila wäre.

  • #2

    Alex von Reich-mit-Plan.de (Dienstag, 02 Dezember 2014 11:51)

    Sei gegrüßt,
    interessant zu lesen womit ein Immo-Besitzer sich so rumschlagen muss.
    Vielleicht hättest du vor der Versammlung mit dem Verwalter / Eigentümer ein wenig dealen sollen, damit er dein Vorhaben / Wunsch mit unterstützt.
    Grundsätzlich hätte ich mich wie von Paul beschrieben, auch für die "günstigere" Variante der Verzinsun entschieden. Unterm Strich muss das knappe Gut Geld immer am effektivsten angelegt / ausgegeben werden.
    Bei den Immo-Besitzern die ich kenne kommt zudem noch hinzu, dass die generell immer glauben, dass prognostizierte Kosten eh nie so früh wie eben prognostiziert wurde, eintreten.
    Die hoffen einfach immer nur und schieben solche Themen immer vor sich her.

    Gruß
    Alex